Ein Meister der Perspektive

Caroline Zöller

Veröffentlicht am 29.10.2019

Die Stadt zu einer öffentlichen Galerie zu machen, ist das Ziel des Mannheimer Street Art Festivals „Stadt.Wand.Kunst“. Seit 2013 lädt das Festival nationale und internationale Streetart-Künstler ein, graue Hausfassaden mit großformatigen Wandgemälden zu verschönern. Die auch als „Murals“ bezeichneten Wandgemälde entstehen von Hand mit Pinsel, Rolle und Farbe in akribischer Kleinarbeit. Ziel des Festivals ist die Schaffung des ersten frei zugänglichen Exterior-Museums in Baden-Württemberg. Alle Menschen sollen in der „Open Urban Art Gallery“ jederzeit Zugang zur Kunst bekommen und beim kostenfreien Kulturgenuss die Möglichkeit haben, der Entstehung eines Werks bis zu seiner Vollendung beizuwohnen.

Im Rahmen von Stadt.Wand.Kunst 2019 hat der venezianische Künstler PEETA im Juni ein Haus in der Mannheimer Neckarstadt-West in eine beeindruckende 3D-Skulptur verwandelt. Der Künstler mit dem bürgerlichen Namen Manuel Di Rita ist seit Anfang der neunziger Jahre fest in der italienischen Graffiti-Szene zuhause. Seine perfekt ausgearbeiteten 3D-Styles und optischen Täuschungen – sogenannten Trompe-l‘ œils – haben ihn weltweit bekannt gemacht.

Vorher

In Mannheim hat er mit seiner einwöchigen Arbeit eine Hausfassade zum Leben erweckt. Zu sehen sind Rundungen, Ecken, Winkel und Kanten, die eigentlich gar nicht da sind. Seine Kunstfertigkeit, allein mit perspektivischer Malerei und ohne die Substanz des Gebäudes zu verändern, eröffnet Passanten einen überraschend neuen Blick auf die vertraute Umgebung.

Nachher

Hier gibt es ein Making-of als Video. Wer das Haus live bewundern möchte, findet es in Mannheim an der Zehntstraße 1.

Auch auf der nächsten viscom spielt großformatige visuelle Kommunikation wieder eine große Rolle. Am 9.1.2020 steht der Fokustag Interior Design unter dem Thema: „Mit großformatigem Digitaldruck Räume effektvoll inszenieren.“

Bilder: Stadt.Wand.Kunst

Video: Robin Kachfi für GALLION auf Vimeo