Digitale Informationen ersetzen Verpackung

Dominique Schroller

Veröffentlicht am 20.01.2020

Die britische Naturkosmetikmarke Lush testet ein neues Geschäfts-Konzept und setzt auf unverpackte Produkte und eine App.

Das für seine Badebomben bekannte Unternehmen möchte seinen ökologischen Fußabdruck  verringern. Dazu nutzt Lush digitale Anwendungen und testet sie in einem Concept Store in Shinjuku, Japan. Eine bildbasierte Wegeleitung mit verschiedenen Motiven signalisiert den Kunden, dass an der jeweiligen Stelle des Ladens Informationen abrufbar sind. Die Marker sind international verständlich und ermöglichen die einfache Navigation durch das vielfältige Angebot.

Zusätzlich erprobt die Firma eine neue Art der Produktpräsentation. Statt wie bisher jede einzelne Seife und Sprudel-Bombe mit einem Informations-Etikett zu versehen, können Kunden die Produkte nun an einer großen Regal-Wand mit ihrem Smartphone scannen und sich per App, relevante Informationen anzeigen lassen. In der Ladendekoration werden die unterschiedlichen Seifen auch nicht mehr in Anwendung präsentiert. Üblich war bisher, die Produkte in einem Wasserbad zu dekorieren, um deren Nutzung zu demonstrieren. Informationen zu Inhaltsstoffen, Preisen, Verwendungstipps und Infos über das Verhalten einer Seife, erhalten die Kunden jetzt ausschließlich digital via Smartphone.

Ist die eigens dafür programmierte Lush-App einmal auf dem Smartphone geladen und die Kamera aktiviert, genügt es, die Linse vor das gewünschte Produkt am Regal zu halten und schon fließen alle Informationen als Augmented Reality-Anwendung.

Kunden haben zusätzlich die Möglichkeit, Produkte in den Schaufenstern mit der App zu scannen. Über die verlängerte Ladentheke lassen sich so zu jeder Tages- und Nachtzeit Informationen abrufen und Artikel bestellen.

Die Digitalisierung des Ladens soll dabei helfen, Verpackung zu sparen. Die Unverpackt-Rate eines Lush-Geschäftes liegt aktuell bei etwa 50 Prozent. Im neuen Ladenkonzept in Shinjuku, das vollständig auf die Einzelverpackung der Produkte verzichtet, erreicht das Unternehmen eine deutliche Steigerung. Lush argumentiert, dass durch die Digitalisierung der Läden jeder Kunde mit seinem Kauf einen Beitrag zur Müllvermeidung leistet. Die Verpackungen, die zum Versand der Online-Bestellungen noch im Einsatz sind, bestehen aus Recycling-Material und sind kompostierbar. Diesen umweltbewussten Ansatz will Lush global ausrollen und hofft mit dem Konzept auch andere Kosmetikunternehmen zu motivieren, ihre Verpackungskonzepte zu überdenken.

Bilder: Lush