Textiler Konsum driftet Richtung Nachhaltigkeit

Caroline Zöller

Veröffentlicht am 03.03.2020

Immer mehr Menschen kommt es auch beim Thema Kleidung auf Nachhaltigkeit an – nicht nur in der Produktion, sondern auch bei der Entsorgung und Wiederverwendung. Das Start-up Stuffstr packt dieses Thema an: Mit einer eigenen App sammelt es gebrauchte Kleidung und Accessoires von Verbrauchern – für den Second-Hand-Markt oder die Wiederverwertung.

Doch was unterscheidet Stuffstr von anderen Second-Hand-Unternehmen? Das Start-up setzt in erster Linie auf Daten und Informationen. Zusammen mit Modelabels erhebt Stuffstr Daten über den Wert von gebrauchter Kleidung, die bis zu fünf Jahre alt sein kann. Die App signalisiert den Verbrauchern dann einfach und schnell, für welchen Preis Stuffstr die gebrauchten Artikel zurückkauft.

Ob Smoking, Shirt oder Socken: Stuffstr nimmt sie alle. Das Unternehmen holt die infrage kommenden, getragenen Kleidungsstücke dann ab und lässt sie – je nach Zustand der Ware – entweder recyceln oder auf dem Second-Hand-Markt wiederverkaufen.

Die Modehersteller wiederum erfahren von Stuffstr, wie die Waren weiterverwendet werden und können diese Informationen sinnvoll nutzen: Zum Beispiel für ihre Produktentwicklung oder die Preisfindung beim Rückkauf gebrauchter Artikel. Die erhobenen Daten liefern auch Erkenntnisse darüber, wie Originalkosten und der Pay-back-Wert künftige Kaufentscheidungen der Kunden beeinflussen.

John Atcheson, Mitbegründer und CEO von Stuffstr, sieht sein Unternehmen in einer führenden Position, weil es Verbrauchern beispiellose Transparenz bietet. Sie können exakt nachvollziehen, was mit ihren gebrauchten Kleidungsstücken passiert, also wer sie – und zu welchem Preis – zurückkauft oder ob sie recycelt werden. Auf Herstellerseite hilft Stuffstr, die Industrie in Richtung Nachhaltigkeit zu verändern.

Ein innovativer Ansatz, der Schule machen könnte: Denn viele Verbraucher erkennen mittlerweile, dass Nachhaltigkeit und Transparenz auch beim Kauf von Kleidung unverzichtbar sind und ändern deshalb ihr Konsumverhalten.

In Deutschland ist momox in Sachen Second Hand Kleidung als Player unterwegs. Das Unternehmen, das mit dem Ankauf von gebrauchten Büchern und später CDs und DVDs an den Markt ging, zählt inzwischen zu einem der größten Ankäufer von Second-Hand Kleidung im Land.

Logistikzentrum Neuenhagen von Momox. Hier werden gebrauchte Kleidungsstücke unter dem Label Ubup vertrieben

Das Geschäftsmodell funktioniert ähnlich wie bei Stuffstr – allerdings wird die Ware direkt per Paket zu momox geschickt. Dort wird die Kleidung gesichtet und über die eigene Verkaufsplattform ubup oder bei ebay wieder verkauft. 

Bilder: momox