Customization made in Poland

Reiner Knochel

Veröffentlicht am 11.03.2020

Amerikanische College Jacken der 90er Jahre dienten vor acht Jahren als Inspiration. Heute vertreibt Rascal mit Sitz in Polen lokal produzierte und nachhaltig hergestellte Kollektionen nach Maß. Der Wunsch des Kunden steht dabei stets im Fokus. Wir haben auf der PromoTex Expo 2020 mit Mitgründer Jakub Stojek über die Besonderheiten seiner Firma gesprochen.

PE: Herr Stojek, wann wurde die Firma Rascal gegründet und was ist die Geschichte dahinter?

JS: Dieses Abenteuer begann während meines Studiums im Jahr 2012, als ich mit einem Freund zusammen am Uni-Projekt „Mini-Enterprise“ teilgenommen habe. Die Aufgabe war es, ein Produkt zu entwickeln, das wir an die Kommilitonen verkaufen könnten. Wir waren inspiriert von den College Jacken der amerikanischen High-Schools in den 90er Jahren und begannen mit der Entwicklung und Produktion. Über den Freundeskreis und die Vernetzung mit anderen Hochschulen wuchs der Bedarf rasch und nach kurzer Zeit belieferten wir bereits viele renommierte polnische Universitäten.

PE: Wird tatsächlich alles in Polen produziert?

JS: Ja, darauf legen wir Wert. Die Stoffe werden größtenteils in Lodz hergestellt, in einer sehr erfahrenen Firma. Die Produktion findet in Lodz und in der Nähe von Warschau statt. Alles in der EU zu produzieren, ist ein weiterer Vorteil – auch für unsere Kunden.

PE: Welches sind die Spezialitäten von Rascal, was macht euch besonders?

JS: Unsere Flexibilität in Bezug auf die Customization. Alles wird den Wünschen der Kunden entsprechend hergestellt, so dass die Auftraggeber fast alle Details selbst bestimmen können, zum Beispiel die Schnitte, Farben, Materialien, Zutaten – was auch immer die Kunden sich vorstellen, wir setzen es um!

PE: Habt ihr große Mindestmengen, um solche individuellen Wünsche umsetzen zu können?

JS: Es hängt ein bisschen vom Produkt ab, aber Hoodies zum Beispiel gibt es schon ab 20 Stück. Bei Socken müssen wir allerdings eine Mindestmenge von 100 Stück einhalten. In den Anfängen unserer Firma haben wir fast nur für Schulen und Universitäten produziert. Mittlerweile beliefern wir Institutionen und Firmen aus ganz Europa und so hat sich auch die Produktion angepasst. Heute können wir von kleinen Serien bis hin zu großen Stückzahlen alles in gleichbleibender Qualität realisieren.

PE: Welche Techniken bietet ihr an und was für einen Maschinenpark setzt ihr ein?

JS: Wir versuchen zeit- und trendgerecht auf den Bedarf unserer Kunden einzugehen und dementsprechend passen sich auch der Maschinenpark und die Technik an. Im aktuellen Katalog bieten wir Hoodies, Softshell-Jacken, T-Shirts & Polos, Fleece- und Baseballjacken und diverse textile Accessoires an. Auch in der textilen Dekoration sind wir sehr vielfältig: Von Stickerei über Siebdruck, DTG-Druck, Thermotransfer bis hin zum Sublimationsdruck können wir alles selbst ausführen. Zusätzlich gehen wir noch einen Schritt weiter und statten die Kollektionen mit passenden Labels und Verpackungsmaterial aus.

PE: Wie geht ihr mit dem Thema Nachhaltigkeit um und gibt es hier Pläne für die Zukunft?

JS: Wir widmen den ökologischen und ethischen Themen in unserem Business große Aufmerksamkeit. Dazu gehört unter anderem die lokale Produktion, um unnötigen Transport zu vermeiden. Wir repräsentieren europäische Sozialstandards und agieren ausschließlich nach dem Code of Ethics des GWW. Alle verwendeten Stoffe müssen nach Ökotex Standard 100 zertifiziert sein. Aktuell sind wir dabei, uns nach GOTS sowie nach dem Global Recycled Standard zertifizieren zu lassen.

PE: Das hört sich spannend an, vielen Dank für das Gespräch und weiterhin alles Gute!

Das Interview führte Reiner Knochel
Link zur Firma: https://www.rascalindustry.pl/en/
Fotos: Rascal / Reiner Knochel (siehe Bildunterschrift)