Warum der Pullover in Schweden eines der beliebtesten Give-Aways ist

Julia Bernert

Veröffentlicht am 17.03.2020

Kjell Harbom, CEO des schwedischen Branchenverbands SBPR

Warum geben Schweden im Schnitt mehr für Werbeartikel aus und wo kann man an drei Tagen so viel über den Werbeartikelmarkt erfahren, wie in drei Monaten Online-Recherche?

Kjell Harbom, CEO des schwedischen Branchenverbands SBPR, spricht mit uns im Interview über die Unterschiede zwischen dem deutschen und schwedischen Werbeartikelmarkt und erklärt, warum die PSI ihm jährlich neue Energie schenkt.

Herr Harbom, als CEO der Svensk Branschförening Profil- och Reklamartiklar (SBPR) kennen Sie den schwedischen Werbeartikelmarkt so gut, wie niemand sonst. Wie unterscheiden sich der schwedische und der deutsche Markt?

Als der GWW auf der PSI-Pressekonferenz das Branchenbarometer für 2019 vorstellte, war ich überrascht. Es besagt, dass 97 Prozent aller in Deutschland verkauften Werbeartikel in einer Preisklasse von 10 Euro oder darunter liegen. Das ist ein bemerkenswerter Unterschied zu meinem Heimatmarkt. In Schweden sind wir bereit, mehr Geld in einen Werbeartikel zu investieren. Produkte dieser Preisklasse liegen bei uns eher bei 87 oder 90 Prozent. Wahrscheinlich weil Werbetextilien aufgrund des nordischen Klimas bei uns hoch im Kurs liegen. Pullover und insbesondere von Jacken sind bei uns sehr beliebt.

Wie wichtig ist die PSI für die Industrie in Schweden und weltweit?

Meiner Meinung nach ist die PSI sehr wichtig, weil dies der ultimative Marktplatz für alle Fachleute der Werbeartikelindustrie ist. Wer zwei oder drei Tage in Düsseldorf verbringt, erhält einen vollständigen Marktüberblick. Zum Vergleich: Wer Hause bleibt und selbst im Internet oder mit Katalogen recherchiert, verbringt möglicherweise drei Monate für die gleiche Menge und Qualität an Informationen. Aber leider versteht nicht jeder, wie effizient und nutzbringend ein Besuch auf der PSI ist.

Wie nutzen die Schweden ihren Messebesuch?

Aus unserem Land kommen viele Besucher nach Düsseldorf, um sich mit bekannten schwedischen Geschäftspartnern zu treffen – ohne nach links oder rechts zu schauen. Was für eine Verschwendung von Potenzial! Deshalb raten wir unseren Mitgliedern immer wieder, sich die gesamte Messe anzusehen und mit Ausstellern aus anderen Ländern in Kontakt zu treten, denn nur so erhält man einen belastbaren Überblick über die Leistungsfähigkeit der Branche. Auf der anderen Seite ist die Gewohnheit, sich mit Schweden zu treffen, Kaffee zu trinken und sich auf der PSI zu unterhalten, auch ein wichtiger sozialer Aspekt. Das macht die PSI zu einem Treffpunkt, der die Motivation anregt.

Sie sind selbst schon lange dabei. Werden wir Sie auch zukünftig auf der PSI antreffen können?

Manche könnten sagen, ich sei zu alt für meinen Job. Aber jedes Jahr im November, wenn ich meinen Zeitplan für das nächste Jahr festlege, stelle ich mir die Frage: „Noch eine PSI oder nicht?“ Und bisher bin ich immer gekommen – und habe es nie bereut. Jede PSI zeigt mir, wie viel Spaß unser Geschäft macht. Nach der Messe mit ihrer einzigartigen Atmosphäre bin ich so überwältigt, motiviert und voller Energie, dass ich noch ein weiteres Jahr im Büro verbringen werde.

Vielen Dank für das Gespräch.