Stoffmasken aus Hehlerware

Caroline Zöller

Veröffentlicht am 06.04.2020

Aufgrund der aktuellen Versorgungsengpässe an Schutzkleidung hat sich die Hehelrei entschieden, in die Mund- und Nasenmasken-Produktion einzusteigen. Genäht werden aktuell Masken aus festem Baumwollstoff in verschiedenen Größen für Kinder und Erwachsene. Als Ausgangsmaterial nutzen die Hehlerei auch hier ausschließlich gespendete Stoffe. Damit sich Träger*innen später auch wohl fühlen, können bei Bestellung Präferenzen bezüglich Farben, Styles und Mustern angegeben werden, die nach Möglichkeit und Verfügbarkeit berücksichtig werden. Die Masken sind doppellagig aus festem Baumwollstoff gefertigt, bis zu 90°C wasch- und sogar abkochbar. Zudem kann man sie mit bis zu 120°C trockenbügeln.

Pay what you can

In guter Hehlerei-Tradition liegt bei der Preisgestaltung kein Festpreis, sondern ein „Pay what you can“-Modell zugrunde. Manuel Krings, Co-Founder der Hehlerei erklärt das so: „Wir haben uns ganz bewusst gegen einen Festpreis entschieden und möchten dieses Prinzip auch weiterhin beibehalten. Wir machen das Ganze nämlich nicht profitorientiert, sondern weil wir als kleines Modeunternehmen in Zeiten von COVID-19 unsere Kapazitäten und unsere Reichweite bestmöglich und solidarisch nutzen möchten. Nach unseren Erfahrungswerten aus den letzten Tagen haben wir ein „Spendenfenster“ von vier bis 18 Euro pro Maske festgelegt. Mit der Bestellung wird die Höhe des Betrags bestimmt. Das Spendenprinzip geht auf, wenn sich alle solidarisch verhalten und das zahlen, was geht. Das erlaubt dann, möglichst viele Menschen zu versorgen. Menschen, die Geld haben, finanzieren hier die ohne finanzielles Polster.“

Masken speziell für Kinder

Besonders ist nicht nur das Preismodell, sondern auch das Kindermasken-Angebot. Dafür wurden die Gesichtsmaße von Kindern verschiedenen Alters abgefragt und aus den Erfahrungswerten Masken für verschiedene Altersklassen entwickelt:
1,5–2 Jahre: 9×9 cm
2–4 Jahre: 11×11 cm
4–8 Jahre: 13×13 cm
8–14 Jahre: 15×15 cm.

Für Erwachsenenmasken ist das bewährte Standardmaß 17×17 cm.

In Köln erfolgt die Maskenlieferung auf Wunsch auch persönlich. Im Gegenzug freut sich die Hehlerei über Kleiderspenden – bevorzugt sind Leinwandstoffe für die Maskenproduktion, wie Bettwäsche, Hemden, Blusen, Geschirrtücher oder Kissenbezüge. Eine gute Gelegenheit, in Zeiten des Home-Stayings die Schränke auszumisten. Die Hehlerei nimmt alle gewaschenen Kleidungsstücke entgegen. Was nicht selbst weiterverarbeitet wird, wird an gemeinnützige Organisationen aus Köln gespendet.

Masken zum Fremdschutz tragen

Zum Schluss noch eine kurze Anmerkung zur aktuellen Abmahn-Welle im Zusammenhang mit selbstgenähten Masken. Es gibt tatsächlich Anwälte, die Unternehmen oder Privatpersonen abmahnen, die Stoffmasken nähen und anderen zur Verfügung stellen. Hier geht es um die Bezeichnung des Produktes. Deshalb hier der Disclaimer der Hehlerei: „Bei unseren Masken handelt es sich nicht um ein medizinisches Produkt. Zwar haben wir im Vorfeld mehrere Pflegeeinrichtungen sowie die unabhängige Gesundheitsberatung e.V. konsultiert, was die beste DIY-Anleitung für Stoffmasken ist, aber uns ist es wichtig zu betonen, dass es sich nicht um professionelle Atemmasken im medizinischen Sinne handelt. Dennoch empfehlen Wissenschaftler*innen das Tragen von Stoffmasken: So reduzieren wir die Gefahr, dass sich jemand bei uns ansteckt (Fremdschutz – vor allem die Menschen, die in Apotheken oder Supermärkten gerade unter erschwerten Bedingungen für uns arbeiten). Zudem machen die Masken den Virus im öffentlichen Raum präsenter und sorgen somit für mehr Vorsicht, Abstand und Rücksichtnahme. Die Hehlerei hat sich daher dafür entschieden, möglichst vielen Menschen schöne Stoffmasken unter fairen Bedingungen zur Verfügung zu stellen.“

Über die Hehlerei

Die Hehlerei hat sich der Produktion von Upcycling-Unikaten aus Textilspenden verschrieben. Aus getragenem und ausrangiertem Material entwickeln die Kreativen Hehlerware als eigene Mini-Kollektion oder Merchandise im Auftrag von kleinen und mittelgroßen Labels, Mode- und Kulturschaffenden. Auf der PromoTex Expo 2020 war die Hehlerei mit einem Stand im Textile Campus vertreten und schneiderte über drei Messetage die Mini-Kollektion „TEX MEX“ aus Textilien, die auf der Messe gespendet wurden. Die neu zusammengenähten und veredelten Kleidungsstücke wurden dann in einer eigens choreografierten Modenschau auf dem Catwalk in Halle 12 gezeigt.

Bilder: Hehlerei