Verantwortung für Partner in Bangladesch

Dominique Schroller

Veröffentlicht am 22.04.2020

Der Verband der Bekleidungshersteller des Landes beklagt hohe Einbußen. Viele Unternehmen haben Aufträge storniert. Stanley/Stella geht einen anderen Weg.  

Zahlreiche Textilhersteller produzieren nach wie vor in Bangladesch. Doch die Corona-Krise hat auch dort einiges verändert. Einige Modefirmen haben ihre Aufträge offenbar in erheblichem Umfang storniert. Darauf weist der Verband der Bekleidungshersteller und -exporteure von Bangladesch in einem dringenden Aufruf hin. Die Verantwortlichen appellieren an die internationalen Kunden, das Land in Zeiten der Katastrophe nicht im Stich zu lassen. Die Stornierungen sowie ausgebliebene Zahlungen von Aufträgen hätten bereits erhebliche Auswirkungen auf mehr als 1000 Fabriken. Die entstandenen Kosten von rund drei Milliarden Dollar träfen die etwa zwei Millionen Beschäftigten in der Bekleidungsindustrie hart.

Sichere Arbeitsbedingungen, faire Löhne

Das belgische Bekleidungsunternehmen Stanley/Stella arbeitet seit Jahren mit fünf Partnerfirmen in der südasiatischen Region zusammen und setzt die Fertigung dort ganz bewusst fort. Wie der Anbieter unbedruckter Kleidung aus Biobaumwolle für Modemarken, Veranstaltungen und Merchandising mitteilt, stehe es auch angesichts der Krise zu seinen Verpflichtungen. „Wir haben keine offenen Aufträge bei unseren Partnerfabriken in Bangladesch storniert und werden das auch nicht tun“, betonte Managing Director Jean Chabert.

Stanley/Stella engagiere sich stark für das Land und seine Menschen. Es gehe dabei nicht nur um die Produktion, sondern auch um die Einführung sicherer Arbeitsbedingungen und fairer Löhne. „Wir haben nicht die Absicht, die Beschäftigten nun im Stich zu lassen.“ Vielmehr gehe es darum, sie nach Kräften zu unterstützen, damit sie wieder auf die Beine kämen, sobald die Krise vorüber sei. Aus Sicht der Unternehmensführung sei dies das einzig richtige und ethische Vorgehen.