Geschäftsklimaindex auf Rekordtief

Redaktion PSI Journal

Veröffentlicht am 27.04.2020

Die Stimmung der deutschen Wirtschaft war selbst in der Finanzkrise nicht so schlecht wie heute. Der wichtige Indikator der Konjunkturentwicklung ist im April von 86,3 auf 74,3 Punkte abgestürzt. Das ist der niedrigste bisher gemessene Wert des monatlichen Berichts.

Laut der Umfrage blickten die Unternehmen noch nie so pessimistisch in die Zukunft. Zurückzuführen ist dies vor allem auf die massive Verschlechterung der aktuellen Lage, so das ifo Institut. Die Corona-Krise trifft die deutsche Wirtschaft demnach mit voller Wucht. Im verarbeitenden Gewerbe ist der Index auf den niedrigsten Wert seit 2009 gefallen. Auch die Dienstleister beurteilten die Lage noch nie so schlecht. Insbesondere die Erwartungen der Unternehmen für die kommenden Monate verfinstert sich, wie nie zuvor.

Professor Dr. Clemens Feust, der Leiter des Instituts, empfiehlt dringend, weitere Sektoren zu öffnen, sobald sicher ist, dass das Gesundheitswesen nicht überlastet ist. „Wir müssen lernen, Gesundheit und Wirtschaft miteinander zu vereinbaren“, so Feust. Eine Überlegung und Forderung, die derzeit von immer mehr Kapazitäten der Wirtschaft gefordert wird.

Für die Werbeartikelwirtschaft dürfte es einen leichten Wind des Aufschwungs geben, wenn derzeit wieder Geschäfte und öffentliche Einrichtungen in großer Zahl geöffnet werden. Marketingexperten der Branche empfehlen jetzt dringend, vor allem Bestandskunden zu informieren und zu umwerben. Nach Krisen habe sich in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass es honoriert wird, wenn man sich nicht nur in guten Zeiten, sondern auch in schweren Zeiten um seine Kunden kümmert. Natürlich kann man auch Neukunden überzeugen, dass man besser ist als der Wettbewerb.

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