Drucklack als Keimkiller

Caroline Zöller

Veröffentlicht am 20.05.2020

Krankheitserreger bleiben häufig auf glatten Oberflächen haften – gerade wenn sie durch viele Hände gehen. Ein spezieller Dispersionslack lässt ihnen nun keine Überlebenschance.

Viren und Bakterien finden sich auf allen glatten Oberflächen. Druckprodukte sind dabei keine Ausnahme. Besonders häufig haften die unsichtbaren Keime auf Visitenkarten, Magazinen, Broschüren, Flyern oder Speisekarten, die durch viele Hände gehen.

Bei Papier oder Karton ist es durch die offenporige, saugende Oberfläche nur schwer möglich, eine Veredelung aufzubringen, die Krankheitserreger immer wieder und dauerhaft abtötet. Ein Drucklack soll dieses Problem nun lösen. Der Dispersionslack von creart-spezialdruck, einem Spezialisten für individuelle Druckprodukte, hat eine antimikrobielle Funktion und erhöht damit die Sicherheit von Printprodukten. Dies belegt eine wissenschaftliche Untersuchung des Fraunhofer Instituts.

Licht und Sauerstoff

Die Wirkung des Lacks basiert auf einer vergleichsweise einfachen Methode: Der Kontakt mit Tages- oder Kunstlicht aktiviert Sauerstoff auf der lacktragenden Oberfläche. Dieser zerstört bis zu 99,5 Prozent der Bakterien, Viren und Pilze, die nach einem Körperkontakt an den entsprechenden Stellen haften. Dieser Prozess wiederholt sich dauerhaft – jedes Mal, wenn der aufgetragene Lack mit Licht in Berührung kommt. Auf Drucksachen ist der Lack mindestens ein Jahr wirksam. Eine dunkle Umgebung wie in Schränken oder Schubladen versetzt ihn in einen Ruhezustand, erst der Kontakt mit Licht und Luft setzt in erneut in Gang.

Verarbeitung

Im Druckvorgang wird der photokatalytische Dispersionslack vollflächig auf die Vorder- und Rückseite des Printproduktes aufgebracht. Der Lack ist in seidenmatt und glänzend erhältlich. Tageslicht oder Kunstlicht regen den enthaltenen Photokatalysator an, der anschließend über den freigesetzten Sauerstoff die Oberfläche reinigt. Damit entstehen hygienische Produkte für den Einsatz im öffentlichen Raum, auf Veranstaltungen oder in der Gastronomie.

Text Caroline Zöller
Bild: creaet