Obst und Gemüse als Werbeträger

Caroline Zöller

Veröffentlicht am 27.05.2020

Direkter Druck auf Lebensmitteln erfordert spezielle Farben. Sie müssen in der Regel lebensmittelecht sein. Doch es gibt kreative Alternativen.

Danielle Baskin ist bildende Künstlerin, Produkt-Designerin und Firmengründerin. Eines ihrer kreativen Projekte ist Branded Fruit, ein Unternehmen, das Obst und Gemüse mit Firmenlogos versieht.

Die Idee dazu kam der Designerin auf der Suche nach einem Gastgeschenk für ein befreundetes Technik-Startup. Um den Firmenverkauf gebührend zu feiern, war sie zu einem Grillabend geladen. Auf die Frage, was sie mitbringen könnte, waren Avocados die Antwort. Um aus den Früchten ein Präsent zu machen, schmückte die Produkt-Designerin sie mit dem Startup-Logo. Die Idee erwies sich als Volltreffer auf dem Party-Buffet und entwickelte sich anschließend zum Geschäftsmodell.  

Inzwischen hat Danielle Baskin mit Branded Fruit schon diverse Obst- und Gemüsesorten mit Markenzeichen bedruckt. Der Fokus liegt dabei nicht auf der Standard-Frucht. Denn gerade ungewöhnliche Werbeträger wie Rote Beete, Süßkartoffel, Mango, Kaki, Ananas oder Knoblauchknollen ziehen Aufmerksamkeit auf sich. Bei ihrem Obst- und Gemüseangebot achtet die Designerin jedoch nicht nur auf Optik, sondern auch auf Saisonalität und kauft nachhaltig bei lokalen Erzeugern.

So kommt das Logo auf die Avocado

Danielle Baskin machte ihre ersten Druckversuche auf runden Objekten. In ihrem Designstudio Inkwell Helmets stellte sie außergewöhnlich bemalte und bedruckte Fahrradhelme her. Dabei hat sie gelernt, kreativ mit der gebogenen Oberfläche umzugehen. Die Obst- und Gemüse-Logos plottet sie auf Vinyl-Folie und platziert diese dann auf dem essbaren Träger. Die dünne Klebefolie passt sie bereits im Vorfeld an Rundungen und Struktur an. Die Folie ist in allen Farben bedruckbar, aber nicht lebensmittelecht. Zurzeit gestaltet sie daher nur Früchte, die vor dem Verzehr geschält werden. Gleichzeitig arbeitet die Firmengründerin an einer essbaren Variante, damit künftig auch Äpfel, Birnen oder Zucchini zu Markenbotschaftern werden können.

Danielle Baskin hat auch bereits Ideen für eine Sponsoring-Strategie entwickelt. Danach könnten Unternehmen Obst und Gemüse im Geschäft mit ihrem Logo versehen, das die Kunden dann zu einem vergünstigten Preis erwerben. Damit hätten möglicherweise mehr Menschen Zugang zu frischen, saisonalen und nachhaltig angebauten Lebensmitteln.

Direktdruck erfordert spezielle Farben

Für den Direktdruck oder den Druck auf Verpackungen mit direktem Kontakt zu Lebensmitteln, sind speziell zugelassene Druckfarben erforderlich. Sie sind unter der Abkürzung DFC – Direct Food Contact – zertifiziert. Zugelassen sind sie für alle gängigen Druckverfahren und auf Wasser-, Lösemittel- oder Ölbasis. Viele Farben stehen für den Druck zur Auswahl, aber nicht alle Farbtöne lassen sich zu 100 Prozent abbilden. Das hängt von den jeweiligen Rohstoffen und einer geringeren Menge an Farbpigmenten zusammen, die für Tintendruck mit direktem Lebensmittelkontakt zugelassen ist. Je nach Anzahl der Pigmente lassen sich bestimmte Farbtöne nicht präzise darstellen. Zur Verwirklichung von ungewöhnlichen Druckprodukten lohnt sich eine Beratung durch entsprechende Spezialanbieter.

Grundsätzlich lassen sich alle Lebensmittel bedrucken. Neben Logo-Obst sind bedruckte Torten-Decken oder Schokolinsen bekannte Beispiele. Eine Renaissance erleben gerade bunte Papierstrohhalme, die die Plastikvariante ersetzten. Auch hier kommen lebensmittelechte Druckfarben zum Einsatz. Weitere  Anwendungsmöglichkeiten könnten bedruckte Teebeuteletiketten, Tabletteinlagen, Tischsets und Servietten oder bedruckte Weinkorken sein.

Text: Caroline Zöller
Bild: foodism360 auf unsplash.com