Silberstreif am Werbehorizont

Redaktion PSI Journal

Veröffentlicht am 13.07.2020

Seit Mitte März muss die deutsche Werbebranche beispiellose Einbrüche hinnehmen. Rund 15 Wochen nach Beginn des Lockdowns zeichnet sich eine leichte Entspannung ab. Wenn das Panel des Marktforschungsinstituts Gemius auch nur Werbeaktivitäten von Brands im TV, auf PC und Mobile erfasst, so ist doch im Erhebungszeitraum Ende Juni ein vorsichtig optimistischer Trend erkennbar. Der Fernseh-Konsum bleibt zwar weiterhin auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Doch mobile Geräte werden unverändert intensiv genutzt und kommen 20 Prozent häufiger zum Einsatz als in der Prä-Corona-Zeit. Ein Minus von 10 Prozent ergab sich bei der Nutzungszeit des PCs. Lag der Konsum Mitte Juni noch zehn Prozent über dem Vergleichswert aus dem Januar, sind es Ende Juni nur noch zwei Prozent – ein Wert, der sicherlich auch saisonbedingt so gering ausfällt. Nach dem lang andauernden Abwärtstrend von Werbeaktitiväten im Bewegtbild-Umfeld steigt der GRP (Gross Rating Point; entspricht Bruttoreichweite in Prozent) wieder an. Die erzielte Brutto-Reichweite wächst damit um 5,4 Prozent im Vergleich zur vorigen Erhebungsphase. Auch die Impressions für Display- und Textanzeigen nehmen erneut zu, wenn auch nur um 0,5 Prozent. Sowohl die gestiegene Reichweite für Videowerbung als auch die wachsenden Impressions von Display- und Text Ads sind ein kleiner Lichtblick angesichts der pessimistischen Zukunftsaussichten der Werbeindustrie. Die erhöhte Mediennutzung ist für Marken besonders relevant, denn sie ist ein Indikator dafür, dass Marken ihre Zielgruppen mit digitaler Werbung jetzt wieder besser erreichen.  

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