Alte Meister auf neuen Brettern

Caroline Zöller

Veröffentlicht am 29.07.2020

Eine französische Manufaktur bringt Kunst mit Hilfe eines Siebdruck-Verfahrens auf Surfbretter und Skateboards..

„In erster Linie sind wir Skater und Surfer. Schon bevor der Sport cool wurde und sich zum Lifestyle entwickelte, haben wir Boards gebaut und diese Kultur gelebt“, erzählen die Gründer von Boom Art. Die Skate- und Surfboard-Manufaktur mit Sitz im französischen Aix en Provence im Süden Frankreichs hat sich auf limitierte Editionen mit Kunstmotiven spezialisiert.

Kunst ins Rollen gebracht

Sie bringen alte Meister auf die Bretter. Der Triumph der Venus von François Boucher aus dem Rokoko ist ein ebenso beliebtes Motiv wie die Malerei der Renaissance. Um den Garten der Lüste von Hieronymus Bosch abzubilden, sind gleich drei Skateborards nötig. Frivol geht es auf der Edition „Disney Orgy 1967“ von Wally Wood oder den Bildern von Alain Aslan aus den 70er Jahren zu. Boom Art lässt aber auch Motive zeitgenössischer Künstler auf die Rolle oder aufs Wasser. 

Die Verteilung eines Werks auf mehrere Boards macht die auf zehn Stück limitierten Editionen so besonders. Bei den Skateboards sind es bis zu sieben Einzelbretter, die zusammen ein Motiv ergeben. Bei den Surfboards dominieren Diptychons und imposante Triptychons, die in der limitierten Auflage zu haben sind. Bei den entsprechend exklusiven Preisen liegt die Überlegung nahe, ob die handgemachten Stücke überhaupt dem Salzwasser des Meeres und dem Asphalt der Straße ausgesetzt werden sollten oder sie sich nicht eher als Dekoration für das heimische Wohnzimmer eignen.  Boom Art überlässt den Kunden diese Entscheidung, liefert eine Wandhalterung aber direkt mit.

Handarbeit mit klassischem Siebdruck

Die Skateboards sind in der hauseigenen Manufaktur in Frankreich von Hand aus Ahorn gefertigt. Das verwendete Schichtholz stammt direkt aus Kanada aus zertifizierter, nachhaltiger Forstwirtschaft. Die Surfbretter bestehen aus Polyesterharz und Polyurethanschaum, der von Hand geformt wird. Die Motive entstehen im Siebdruck.

Die Drucktechnik ermöglicht eine präzise und detailgenaue Darstellung der Kunstwerke bis zum feinsten Pinselstrich und eine realitätsnahe Wiedergabe der Farben. Der Druck des Motivs erfolgt im ersten Schritt auf ein Gewebe, das anschließend in die Oberflächen der Surfbretter und Skateboards eingebettet wird.

Boom Art setzt sich jedoch auch darüber hinaus für den Surf- und Skate-Sport ein. Ende vergangenen Jahres entstand gemeinsam mit dem Tatoo-Künstler Guy le Tatooer eine Skateboard-Serie, die die Renovierung des Skaterparks La Digue unterstützt. Die Boards trugen ein Motiv im Stile des Parks, den der Künstler selbst ausgestaltet hat. 50 Prozent der Verkaufserlöse flossen direkt in das Projekt. Für einen aktuellen Spendenaufruf des Roten Kreuzes stiftete die Manufaktur acht Skateboards zur Verlosung unter den Teilnehmern.

Bilder: Boom-Art, Text: Carolin Zöller