Mit Full Metal Kleidung gegen Corona

Caroline Zöller

Veröffentlicht am 23.08.2020

Vollebak steht für Kleidung der Zukunft. Im Design Studio der Zwillingsbrüder Nick and Steve Tidball entstehen mit Hilfe von Technologie und Wissenschaft, Textilien, die erst noch erfunden werden müssen. So jedenfalls bewerben die Brüder ihre innovativen Kleidungsstücke und Ideen für die Mode von morgen.

Als Schutzkleidung für den Mars gedacht

Ein Projekt an dem die Designer schon vor der Corona-Pandemie arbeiteten, beschäftigt sich mit der Rolle, die Kleidung zum Schutz vor Krankheiten in abgelegenen Gebieten der Erde oder im Weltraum spielen kann. Kupfer mit seinen antibakteriellen und antiviralen Eigenschaften war hier als Rohstoff im Gespräch, denn Bakterien und Viren sterben, wenn sie mit dem Metall in Kontakt kommen. Eigentlich sollten die ersten Astronauten auf dem Mars Vollebak-Schutzanzüge aus Kupfer tragen, doch dann kam die Corona-Pandemie dazwischen. Plötzlich ging es um Kleidung, die das Überleben auf der Erde sichert. Aber Theorie kann man aber nicht tragen. Das Kleidungsstück aus Metall war noch gar nicht erfunden.

Pandemie beschleunigt die Entwicklung

Mit Hochdruck arbeitete Vollebak an der Umsetzung des Projekts und entwickelte aus elf Kilometern Kupferdraht das „Full Metal Jacket“. Die Jacke besteht zu 65 Prozent aus Metall. Der Rest ist Polyamid und Polyurethan. Sie ist wasser-, winddicht und atmungsaktiv und hat so gar nichts von einer starren Ritterrüstung. Der Prozess, den Metalldraht in einen tragbaren Stoff zu verwandeln, ist allerdings sehr komplex. Die metallene Schicht der Jacke besteht aus farbig lackiertem Kupfergarn, aus dem am Webstuhl ein flexibler Stoff entsteht.

Das Metall-Garn wird in der Verarbeitung ausgekämmt, thermofixiert, gefärbt und getrocknet. Der Aushärtungsprozess des Lacks benötigt allein sechs Tage. Ist er getrocknet, wirkt er wie eine Schutzschicht. Die Farbe des Lacks bestimmt die spätere Farbe der Jacke, deren Oberfläche changiert und wie computergeneriert erscheint. Der Effekt ergibt sich aus den beweglichen Kupferteilen, die sich im Stoff wie Wasser verziehen und kräuseln. Das Material ist so konzipiert, dass man das Kleidungsstück wie eine Alltagsjacke tragen kann. Das Kupfer ist weich und formbar. Nur unter dem Mikroskop sind die einzelnen Kupferstränge, die durch das Material laufen, zu sehen.

Metalljacke ist voll recyclingfähig

Kupfer ist eines der wenigen Materialien, das unendlich oft wiederverwertet werden kann, ohne seine chemischen Eigenschaften zu verlieren. Recyceltes Kupfer oder Sekundärkupfer, wie es auch genannt wird, ist von Primärkupfer nicht zu unterscheiden. Das wertvolle Material des „Full Metal Jacket“ kann so immer wieder zurückgewonnen werden.

Ein Overall als Virenschutz

Einen ganz anderen Weg geht das Modelabel Marta Scarampi mit der DECO Travel Kollektion. Die Damenbekleidungsmarke hat eine Kollektion speziell für das Reisen in Corona-Zeiten auf den Markt gebracht. Auch hier waren COVID-19 und die damit verbundenen Einschränkungen die ausschlaggebenden Impulse für die Idee.

Menschen sind wieder unterwegs

Die Reisebeschränkungen werden überall gelockert und immer mehr Pendler fahren wieder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit. Allen gemein ist der Wunsch nach Schutz vor dem Virus.  Die Idee der Designerinnen Marta und Lucia Scarampi: Ein Overall der schützt und über der eigentlichen Kleidung getragen wird.

Sie schufen einen wasserdichten Seidenoverall aus einem bequemen, leichten und matten Material – das gleiche, aus dem auch das Deco-Regencape der Kollektion gefertigt ist. Der Schnitt ist leger gehalten und der Stoff atmungsaktiv, um Kleidungsstücke darunter problemlos tragen zu können. Ist man am Ziel angekommen wird der Overall einfach ausgezogen und im Kordelzug-Beutel der Reisekollektion verstaut. Die Kleidung darunter bleibt sauber und virenfrei.

Italienische Kollektion für das neue Reisen

Der DECO Jumpsuit zeichnet sich durch Tragekomfort kombiniert mit einer Schutzeigenschaft aus und ist so prädestiniert für das neue Reisen in Corona-Zeiten. Er wird im italienischen Turin auf Bestellung handgefertigt und nach zehn bis 15 Tagen ausgeliefert. Die Kollektion umfasst neben dem Jumpsuit noch passende Gesichtsmasken und einen Beutel zum Verstauen des Overalls – alles erhältlich in den Farben taupe, marineblau und schwarz.


Bilder: Volleback & Marta Scarampi