Meins, meins, meins – Mass Customization für alle

Emily Koslowski

Veröffentlicht am 24.08.2020

Individuelle Designs und Produkte gewinnen immer mehr an Bedeutung in der Druckindustrie. Welche Chancen ergeben sich daraus?

Ob selbstgestaltete Schuhe, T-Shirts oder Handyhüllen – heutzutage kann sich jeder sein Produkt nach persönlichem Belieben zusammenstellen. Mymuesli ist wohl eines der bekanntesten Unternehmen, die durch Mass Customization sehr erfolgreich wurden. Doch nicht nur die Lebensmittelindustrie profitiert von diesem Modell – besonders spannend ist dieser Trend für die Druckindustrie.

Kundenindividuelle Massenfertigung?

Immer mehr Unternehmen und Privatpersonen wünschen sich individuelle Produkte, die genau auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. Dabei möchten sie nicht viel dafür bezahlen und der Aufwand sollte nicht zu groß sein. Da kommt Mass Customization ins Spiel: Individuelle Produkte aus der Massenproduktion. Was zunächst wie ein Widerspruch klingt, ist heute kein Problem mehr. Mass Customization bringt bei richtiger Planung sogar kaum Mehrkosten und die Grenzkosten gehen gegen null.

Da kommt es sehr gelegen, dass viele Anbieter online verschiedene Design-Vorlagen für Ihre Produkte zur Verfügung stellen. Ob Farbe, Motive oder Material – der Kunde ist König über die unterschiedlichen Optionen. Mit einer leichten Bedienung kann der Kunde selbstständig sein persönliches Produkt entwerfen und bestellen.

Meine Seife, meine Schuhe, meine Handyhülle

Bei Rossmann kann der Kunde beispielsweise unter „Mein Design“ eine kleine Auswahl an Kosmetikprodukten wie Seife, Duschgel oder Cremes individuell gestalten. Ob ein eigenes Foto im Hintergrund, selbst geschriebener Text oder weitere Motive – dem Kunden stehen viele mögliche Designideen zur Verfügung. Adidas bietet mit mi-adidas seinen Kunden die Personalisierung von Schuhen und Shirts an. Bei den Schuhen kann der Kunde beispielsweise einen Schriftzug und ein Emoji hinzufügen. US-Konkurrent Nike wirbt für das vergleichbare „Nike By You“. Auch dort können Kunden Schuhe nach persönlichem Geschmack designen und beispielsweise die Farben individuell zusammenstellen. Es lassen sich nahezu alle Produkte individuell bedrucken. Das ist vor allem für die Werbeartikelwirtschaft interessant. Caseable geht auf die jugendlichen Käufer zu – mit selbstgestaltbaren Handyhüllen, Laptoptaschen oder iPad Hüllen. Besonders spannend ist der Trend für das Geschäft mit den vieleinsetzbaren 3D Druckern, die über viele Branchen hinweg personalisierte Produkte liefern können.

Was steckt dahinter?

Wieso funktioniert das Modell der Individualisierung von Produkten eigentlich besonders im digitalen Bereich so gut? Es bietet dem Kunden die Möglichkeit, aktiv am Prozess mitzuwirken. Wer online ein Produkt nach seinen persönlichen Wünschen individualisiert, hat Zeit damit verbracht und sich Gedanken darüber gemacht. Durch diese entgegengebrachte Wertschätzung entsteht eine emotionale Bindung zum Produkt.

Zukunftschancen für die Druckindustrie

Der Megatrend Individualisierung ist eine große Chance für die Druckbranche. Hier kann eine Investition für Druckereien sehr vielversprechend sein. Ob leicht zu bedienende Online-Tools für die Kunden, kreative Produktideen oder neue Designvorlagen: Wenn der Kunde von seinem ‚selbsterstellten‘ Produkt begeistert ist, verstärkt sich gleichzeitig die Bindung an das Unternehmen.

Autor: Emily Koslowski

Bild: unsplash