Print hat mehr als nur zwei Seiten

Caroline Zöller

Veröffentlicht am 16.11.2020

Die Initiative Two Sides engagiert sich für Print und Papier als nachhaltige Medien für die Kommunikation.

Die Initiative Two Sides haben Unternehmen der grafischen Industrie 2008 ins Leben gerufen. Rund 600 Mitglieder aus den Bereichen Waldwirtschaft, Zellstoff, Papier, Druckfarben und Chemikalien, Vorstufe, Druck, Weiterverarbeitung, Verlage und Druckereien verfolgen damit das Ziel einer verantwortungsbewussten Nutzung von Print und Papier. Sie möchten mit Vorurteilen aufzuräumen, belastbare Informationen anbieten und Papier als nachhaltiges Kommunikationsmittel positionieren. Ihr Leitgedanke: Druckwerke sind erneuerbar, recycelbar und über Generationen hinweg verfügbar.

Digitale Grünfärberei

Die Initiative positioniert Print als nachhaltige Form der Kommunikation in einer zunehmend digitalen Gesellschaft und richtet sich explizit gegen Aussagen, dass die Verwendung von Papier verschwenderisch, umweltschädlich und sogar für Entwaldung verantwortlich sei. In einer Kampagne klären die Firmen beispielsweise darüber auf, dass die digitale Kommunikation im Vergleich zu gedruckten Produkten nicht unbedingt ressourcenschonender ist.

Wenn Unternehmen zu einer elektronischen Rechnungsstellung übergehen, kommunizieren sie in diesem Zusammenhang gern Umweltaussagen, wie „Go Green – Go Paperless” oder „E-Billing wählen und Bäume retten”. Two Sides bewertet solche Botschaften als irreführend und nicht zutreffend. Das Argument: Solche Aussagen seien Grünfärberei. Die Wahrnehmung von Papier werde damit bewusst negativ beeinflusst. In solchen Fällen sprechen Vertreter der Initiative die Firmen und Organisationen auf ihre Umweltaussagen an und bitte sie, diese zu korrigieren. Und das mit Erfolg. Bis heute haben mehr als 70 Prozent der von Two Sides kontaktierten und informierten Unternehmen ihre Kommunikation geändert oder die entsprechenden Botschaften entfernt.

Studien zu Umwelt- und Sozialfragen

Um solche Missverständnisse auszuräumen und Verbraucher, Unternehmen sowie die Öffentlichkeit besser über Papier und Druckwerke zu informieren, veröffentlicht Two Sides regelmäßige Neuigkeiten und publiziert Studien, die eine breite Palette von Umwelt- und Sozialfragen behandeln. Die Themen reichen von Umweltauswirkungen der elektronischen Kommunikation über die Wasserbilanz von Papier bis hin zur Nachhaltigkeit papierbasierter Druckerzeugnisse. Auch aktuelle Themen, wie eine mögliche Übertragung des Corona-Virus über Papier- und Papp-Oberflächen sind Teil der Auseinandersetzung.

Europäische Studie zu Verpackungen

Im März 2020 hat ein unabhängiges Forschungsunternehmen für eine Studie 5.900 Verbraucher in neun europäischen Ländern zu ihrer Einstellung zu Verpackungen befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass Verpackungen auf Papierbasis aufgrund ihrer Umwelteigenschaften die bevorzugte Wahl sind. Sie schnitten unter anderem aufgrund ihrer Recyclingfähigkeit und Kompostierbarkeit gut ab. Die Umfrage ergab auch, dass Verbraucher in ganz Europa bereit sind, ihr Kaufverhalten zugunsten nachhaltiger Produkte zu ändern. Viele können sich vorstellen, mehr Geld für Produkte ausgeben, wenn sie in nachhaltige Materialien verpackt sind und fast die Hälfte würde sogar einen Einzelhändler meiden, wenn der Eindruck entstünde, dass dieser sich nicht genug für den Umweltschutz einsetze.

Das Ergebnis hat die Two Sides-Mitglieder in ihrer Arbeit bestätigt. Denn die veränderten Einkaufsgewohnheiten der Verbraucher und deren Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit unterstreicht die Leitmotive der Initiative:  Das Vertrauen in nahhaltige Printprodukte zu festigen und zu stärken.

Bild: Bank Phrom auf Unsplash