Fashion Changers bringen die Modewelt zusammen

Caroline Zöller

Veröffentlicht am 01.12.2020

Immer mehr Menschen ändern ihr Konsumverhalten und stellen sich gegen Ressourcenverschwendung, Ausbeutung und Umweltverschmutzung. Auch in der Textilindustrie ist die Veränderung spürbarer geworden. Nachhaltige Projekte schießen wie Pilze aus dem Boden. Die drei Modeaktivistinnen Jana Braumüller, Vreni Jäckle und Nina Lorenzen finden das gut, verstehen die grünen Ansätze der Textilbranche aber noch als zaghaften Anfang eines umfassenden Veränderungsprozesses.

Die drei Fashion Changers-Gründerinnen sind überzeugt, dass wirkliche Veränderung nur durch öffentlichen Druck und politische Regularien erwirkt werden kann. 2017 gründeten sie deshalb ihre Content- und Networking-Plattform, die sich als Homebase für alle die versteht, die eine nachhaltige und faire Textil- und Modeindustrie wollen.

Die Fashion Changers bringen Medienschaffende online und offline zusammen. Die Kreation von inspirierendem Content und die Wissensvermittlung sind hierbei die Instrumente, faire Mode und deren Macher*innen medial sichtbarer zu machen. Und zwar im Kontext einer kritischen Auseinandersetzung mit der Industrie in Verbindung mit dem Spaß an Mode. Ihre Arbeit verstehen die Aktivistinnen als Mittel für echte gesellschaftliche Veränderung.

Die Modebranche hat viele Probleme. Aber auch viele Antworten.

Im Magazin ihrer Webseite, bei Events und öffentlichen Diskussionsforen diskutieren und zeigen die Fashion Changers, wie mit fairer Mode die Welt verändert werden kann. Die Werkzeuge dafür sind da: Neuartige Materialien stehen zur Wahl, Upcycling- und Recycling-Modelle sind etabliert, es gibt kluge Schnitttechniken, eine ressourcenschonende und umweltfreundliche Produktion ist möglich und Lieferketten können nachhaltig transparent sein. Kurz gesagt: Es ist möglich mit neuen Business-Konzepten eine ganze Branche zu revolutionieren. Damit das alles auch passiert, sprechen die Fashion Changers immer wieder auch unangenehme Themen an und stellen Fragen auf Events und in gut recherchierten Artikeln: Welche Materialien sind nun wirklich nachhaltig? Wieso ist die nachhaltige Modeszene so weiß, weiblich und normschön? Was hat Mode eigentlich mit dem Klima zu tun? Und was steckt hinter den Greenwashing-Kampagnen von großen Konzernen?

Ein Guide in die neue Modewelt

Die Antworten darauf finden sich auch im Anfang 2020 erschienen Buch von Jana Braumüller, Vreni Jäckle und Nina Lorenzen. In ihrem Guide erfährt man alles über faire und ökologische Mode, die Stil und Haltung beweist und lernt 20 Menschen und Labels kennen, die sich für eine bessere Industrie einsetzen.

Die im Buch vorgestellten Fashion Changers ermöglichen einen echten Blick hinter die Kulissen und erzählen, wie sie mit ihrem Handeln Veränderungen erwirken und was sie antreibt. Dazu wird erläutert, welche Siegel beim Kleiderkauf Orientierung geben, wie erste Schritte zu einem nachhaltigen Kleiderschrank aussehen können und wie Alternativen von Zero Waste über vegane Mode bis zum Re- und Upcycling bereits jetzt die Modewelt revolutionieren. Dazu liefert das Buch jede Menge Insidertipps und nützliche Adressen, inklusive einem umfassenden Label-Guide.

Das 265-Seiten starke Buch ist im Knesebeck Verlag erschienen und kostet EUR 28,00.

Bilder:

Who made my clothes? Lena Scherer, Knesebeck Verlag

Autorinnenfoto, Emilie Elizabeth