Im Schilderwald auf dem Holzweg

Caroline Zöller

Veröffentlicht am 03.12.2020

Verkehrsschilder bestehen in der Regel aus Aluminium. Inzwischen gibt es allerdings nachhaltige Alternativen aus Bambus oder Holz.

Bei der Herstellung von Verkehrsschildern kommt in der Regel Aluminium zum Einsatz. Obwohl sich das Material selbst wiederverwerten lässt, ist die Produktion sehr energieintensiv und verursacht entsprechend hohe CO2-Emissionen. Das hat das Unternehmen ITEK Verkehrs- und Beschilderungstechnik aus Kärnten dazu veranlasst, über neue, umweltfreundlichere Varianten nachzudenken.

Großes CO2 Einspar-Potenzial

Die Lösung lag in einer Material-Wende. Statt Metall spielen in der entwickelten Produktlinie Ecoguide Bambus und Accoya®, ein nachhaltig behandeltes Holz, die Hauptrolle. Beide Naturmaterialien zeichnen sich durch eine lange Lebensdauer aus. Die Bambus-Schilder haben eine garantierte Haltbarkeit von 25 Jahren. Bambus ist von Natur aus ein robuster Rohstoff und unempfindlich gegen Wind, Sonne und Regen.

Die Schilder aus Accoya® halten sogar 50 Jahre. Das liegt an der Verarbeitung des Holzes. Zur Herstellung werden hauptsächlich schnell wachsende Arten wie Radiatakiefer aus zertifizierten, nachhaltig verwalteten Wäldern und Pflanzungen verwendet. Das Holz ist FSC®– und  PEFC™– zertifiziert. Für die lange Lebensdauer bekommt es im Verarbeitungsprozess, von der Oberfläche bis zum Kern, eine intensive Behandlung mit Essigsäure. Die Folge: Das verarbeitete Holz absorbiert weniger Wasser, wird kompakter und kaum anfällig für Mikroorganismen.

Hinsichtlich der CO2-Werte schneidet die Bambus-Variante im Vergleich zu einem herkömmlichen Verkehrsschilds aus Aluminium mit mehr als 10,1 kg Emissionsersparnis gut ab: Der CO2-Wert liegt beim Alu-Schild mit Folie bei 16,9 kg. Das Bambus-Schild punktet mit nur 6,8 kg.

Digitaldruck: So kommt der Hinweis auf das Schild

Bei der Produktion der Holz- und Bambusschilder kommt das jeweilige Motiv im Digitaldruck-Verfahren auf eine weiße, reflektierende Grundfolie, die dann mit einem transparenten Schutzfilm überzogen wird. Gedruckt wird auf schadstoffarmen, mikroprismatischen Basisfolien von 3M. Grundkörper und Folienverbund finden erst im nächsten Schritt zusammen.

ITEK produziert die nachhaltigen Verkehrsschilder in den Standardformen und -formaten Dreieck, Ronde, Rechteck und Quadrat. Alle Ecoguide-Schilder sind TÜV- geprüft, entsprechen der EN 12899 und tragen folgende Zertifikate: FSC, LEED, BREEAM, Nordic Ecolabel, EN 350, EN 355 und „CO2-Bilanz neutral“ der Technischen Universität Delft.

Nachfrage nach umweltfreundlichen Lösungen steigt

Der Hersteller sieht viel Potenzial in den neuen Verkehrsschildern und setzt im Verkauf besonders auf Gemeinden, die sich nachhaltig aufstellen möchten. Die Firmenchefin Elke Kaltenhauser ist überzeugt, dass die Bambus- und Holzschilder das Potenzial haben, ein ganzes Marktsegment zu revolutionieren. Denn die Nachfrage nach nachhaltig hergestellten Produkten werde in Zukunft deutlich steigen.

Bilder: ITEK