Drei Geschäftsbereiche als Anker in der Krise

Redaktion PSI Journal

Veröffentlicht am 04.12.2020

Die breite thematische und geografische Aufstellung hat sich für die Firmengruppe Schwan-STABILO einmal mehr als wichtiger Anker in Krisenzeiten erwiesen. Mit einem Umsatzrückgang von acht Prozent auf 609,8 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2019/20 (Stichtag: 30. Juni 2020) hat das Unternehmen die gravierenden Auswirkungen der weltweiten Corona-Krise noch vergleichsweise in Grenzen halten können. So die Bilanz des Anfang Dezember 2020 veröffentlichten Geschäftsabschlussberichts der Unternehmensgruppe.

Danach konnte der Teilkonzern Schreibgeräte mit einem Umsatz von 194,1 Mio. Euro sogar das sehr gute Vorjahresniveau (195,2 Mio. Euro) nahezu bestätigen. Das ist vor allem auf das Deutschland-Geschäft zurückzuführen. Hier verzeichnete STABILO einen Zuwachs von 9,1 Prozent. Wachstumstreiber für STABILO waren kreative Anwendungen, ergonomische Schreiblernprodukte und E-Commerce.

Im Geschäftsbereich Outdoor zeigt sich ein eher differenziertes Bild. Während die Marken ORTOVOX und Gonso nach dem Shutdown im Frühjahr kräftige Zuwächse erzielten, konnten die Marken Maier Sports und Deuter die Rückgänge nicht komplett kompensieren. Insgesamt verzeichnet der Teilkonzern Outdoor im Vergleich zum Vorjahr (168,3 Mio. Euro) einen Umsatzrückgang von 5,1 Prozent auf 159,7 Mio. Euro.

Im Teilkonzern Kosmetik zeigten sich zu Beginn des Geschäftsjahres trotz erheblicher Marktturbulenzen erste positive Effekte vorangegangener strategischer Entscheidungen. Diese wurden jedoch durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie abrupt gebremst. Unter dem Strich weist der Geschäftsbereich einen Umsatzrückgang von 14,4 Prozent auf 255,8 Mio. Euro aus. Der Schmink- Trend „Happy-Eye“ sorgt für verhaltenen Optimismus.

„Nichts von dem“, so der Chief Executive Officer (CEO) Sebastian Schwanhäußer, der gemeinsam mit Martin Reim als Chief Financial Officer (CFO) die übergreifende Verantwortung für das Gesamtgeschäft der Gruppe Schwan-STABILO trägt, „was wir bisher in unseren Märkten erlebt haben, ist vergleichbar mit der jetzigen Situation. Corona hat alles auf den Kopf gestellt. Trotzdem haben wir es bisher geschafft, einigermaßen gut die Krise zu überstehen. Zwar mit einigen Kratzern, aber mit keinen gravierenden oder gar existenzbedrohenden Schäden.“ Mit dem Blick auf die sehr unterschiedlichen Ergebnisse innerhalb der Firmengruppe hat sich die breite thematische und geografische Aufstellung von Schwan-STABILO nach seiner Ansicht als strategischer Vorteil erwiesen. Schwanhäußer: „Die relativ guten Ergebnisse bei den Schreibgeräten sowie die starke Entwicklung von ORTOVOX und Gonso haben einen Teil der Umsatzrückgänge in den anderen Bereichen kompensieren können. Die Diversifikation ist es, die uns stark und widerstandsfähig macht. Das hat sich in der Vergangenheit bereits gezeigt als einzelne Branchen oder auch geografische Märkte einbrachen. Und es hat sich in diesen wirren Corona-Zeiten einmal mehr bestätigt.“

Weiterhin ein „Fahren auf Sicht“

Verlässliche Prognosen zum weiteren Verlauf der Pandemie und damit auch der geschäftlichen Entwicklung sind nach Auffassung von Sebastian Schwanhäußer nicht möglich. „Denn“, so Martin Reim, „ein erneuter Shutdown oder auch nur teilweise Einschränkungen können sich kurzfristig auf alle Geschäftsfelder und Betriebe negativ auswirken. Dies gilt grundsätzlich für alle Länder, mit denen wir Geschäfte machen, auch für Europa. Daher steuern Konzernleitung und alle lokalen Geschäftsführungen in den Ländergesellschaften auf Sicht und passen all unsere Entscheidungen je nach den Umständen in den einzelnen Märkten an.“ Reim und Schwanhäußer vertrauen darauf, dass das Krisenmanagement wie in den vergangenen Wochen auch in Zukunft gut funktioniert: „Wir sind sicher, dass wir diese Krise mit guten Konzepten und richtigen Entscheidungen meistern werden.“

Die Investitionen lagen im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 20,5 Mio. Euro weiter auf hohem Niveau. „Wir haben unsere Mittel vor allem in die digitale Infrastruktur investiert und damit unseren eingeschlagenen Weg konsequent weiterverfolgt“, so Finanzchef Martin Reim. „Alle Teilkonzerne führen derzeit neue IT-Systeme ein, um sich für Morgen zu rüsten. Denn die digitale Weiterentwicklung ist für uns ein strategischer Kern. Trotz der Krise wollen wir dafür in den nächsten drei bis fünf Jahren knapp 20 Millionen Euro aufwenden.“

Die Bilanzsumme beträgt 626,4 Mio. Euro (Vorjahr: 626,3 Mio. Euro). Leicht verringert hat sich die Eigenkapitalquote. Sie liegt jetzt bei 45,4 Prozent (Vorjahr: 47,1 Prozent). Die Anzahl der Beschäftigten ging zurück. Weltweit waren in der Firmengruppe Schwan-STABILO zum Stichtag 4.520 Menschen (Vorjahr: 4.943) beschäftigt, 2.372 im Ausland und 2.148 in Deutschland. Davon 1.835 an den beiden fränkischen Standorten Heroldsberg und Weißenburg. www.schwan-stabilo.com

Bild: Martin Reim und Sebastian Schwanhäuser.