Schutzschild für alltägliche Handgriffe

Caroline Zöller

Veröffentlicht am 10.03.2021

Der Einkaufswagen im Supermarkt oder die Haltestange im Bus – überall lauern Viren und Bakterien. Ein Tuch für die Handtasche soll eine Übertragung verhindern.

Die Corona-Pandemie und die rasante Ausbreitung des Virus hat das Verhalten vieler Kunden verändert. Viele vermeiden es, Griffe und Klinken in der Öffentlichkeit anzufassen. Eine Studie fasst diesen Wandel ist Zahlen: Vor dem Ausbruch der Infektion äußerten sich 12,1% der Befragten skeptisch zur Hygiene von Einkaufswagen im Supermarkt. Während des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 stieg dieser Wert auf 27,4%. Mehr als 40% von ihnen scheuen sich davor, den Griff des Einkaufswagens anzufassen, da sie dort eine hohe Viren- und Keimbelastung vermuten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage von Marketagent aus dem August 2020, an der 1.000 Personen in Deutschland und Österreich teilnahmen.

Startup entwickelt Hygieneschutz

Diese Verhaltensänderung ist auch den Gründern des spanischen Startups Handshield aufgefallen. Beim Einkaufen beobachteten sie, dass die Kunden Taschentücher nutzten, sich den Jackenbund über die Hände zogen oder den Wagen mit dem Ellbogen schoben, um den direkten Kontakt mit dem Griff zu vermeiden.

Die Unternehmer sahen darin das Potenzial für eine Produktentwicklung, die den Menschen die Sorge vor der Übertragung von Viren und Keimen nehmen soll. Die Lösung sollte transportabel sein und sicheren Schutz vor Ansteckung bieten. Das Ergebnis war „Handshield“ – eine Schutzhülle, die sich mit zwei Clips an alle Arten von Griffen befestigen lässt.

Antibakterielle Beschichtung mit zertifizierter Wirkung

Handshield besteht aus einem antiviral und antibakteriell beschichteten rechteckigen Textil, an dessen Seiten je ein Kunststoffclip montiert ist. Damit lässt sich der Schutz einfach in der passenden Höhe oder Position an Griffe von Einkaufswagen oder Haltestangen heften, um sie gefahrlos berühren zu können. Nach dem Einsatz lassen sich die Clips ganz einfach lösen und der Handshield verschwindet in der Handtasche.

Die spezielle Beschichtung des Gewebes tötet Viren und Keime ab. Die Hersteller versichern, dass keine Übertragung auf das Tuch und somit die Hand möglich ist. Die Beschichtung aus Benzalkoniumchlorid habe eine desinfizierende Wirkung und neutralisiere alle bakteriellen und viralen Rückstände auf den darunter liegenden Oberflächen. Der darin verwendete Wirkstoff SI BAC-PURE ist von der US-Umweltbehörde EPA gegen Coronaviren zugelassen, ist REACH-registriert und enthält keine gesundheitsschädlichen Metallionen oder Substanzen, die auf der SVHC-Liste vermerkt sind.

Bis zu 100 Mal waschbar

Handshield soll eine Nutzungsdauer von rund einem Jahr haben und etwa 100 Wäschen überstehen. Die antimikrobiellen Eigenschaften bleiben in diesen Zyklen erhalten. Da die antimikrobielle Ausstattung des Gewebes Viren, Bakterien und Pilze abtötet, genügt eine Waschtemperatur von 40°C bei einer Dauer von 30 Minuten. Die Wirksamkeit mit einer bestätigten Virusreduktion von 99,98% ist auch nach 100 Wäschen noch gegeben.

Ob sich das Produkt durchsetzt, wird die Entwicklung der Pandemie zeigen. Entspannt sich die Lage, legen Menschen wieder weniger Wert auf saubere Oberflächen. Vielleicht bleibt das Bewusstsein für Hygienestandards aber auch dauerhaft hoch. Denn eine gute Handhygiene schützt auch vor anderen Infektionen. Laut Robert Koch-Institut gab es in der Saison 2020/21 deutlich weniger Grippefälle in Deutschland als in den Jahren davor.

Bilder: Handshield