Mit Blockchain von der Faser zur Schürze

Caroline Zöller

Veröffentlicht am 16.03.2021

Seit 2015 stellt KAYA&KATO Arbeitskleidung her und verbindet dabei schickes Design mit Qualität und konsequenter Nachhaltigkeit. Aktuell bietet das Label Kochjacken, Kochhemden, Schürzen, T-Shirts, Service-Bekleidung und ergänzende Textilprodukte für die Gastronomie, Hotellerie, Lebensmittelbranche und den Einzelhandel an. Schon seit Gründung bietet KAYA&KATO seinen Kunden einen transparenten Einblick in die komplexe Lieferkette der Textilien. Um hochwertige Produkte zu fertigen und faire Arbeitsbedingungen zu garantieren, kennt das Unternehmen seine Zulieferer persönlich.

Transparenz in der DNA des Unternehmens

Zentrales Ziel der Unternehmensstrategie von KAYA&KATO ist, den Markt für Arbeitskleidung nachhaltig zu verändern. In Sachen faire und transparente Lieferketten wird zukünftig eine Blockchain-Lösung von IBM die Herkunft und Verarbeitung der verwendeten Stoffe in jedem Produktions- und Vertriebsschritt identifizieren. Die Blockchain des Technologie-Partners ermöglicht die Entwicklung eines nahezu fälschungssicheren Protokolls zur Rückverfolgbarkeit der eingesetzten Materialien.

So funktioniert die Blockchain

Die für alle Beteiligten einsehbaren Daten einer Transaktion werden in Blöcken (blocks) erfasst und in Form einer unveränderbaren, chronologischen Kette (chain) gespeichert. Wechselt ein Wirtschaftsgut den Eigentümer, so ist auch dies automatisch innerhalb der Blockchain ersichtlich. Um das abzubilden entwickeln KAYA&KATO und IBM im ersten Step ein sogenanntes „MVP – Minimum Viable Product“, das die Grundfunktionalitäten der geplanten Lösung abdeckt. Darauf baut dann die Lieferkette des Textilanbieters auf. Eine weitere Zielsetzung des Blockchain-Projektes ist, den entwicklungspolitischen Nutzen der Technologie herauszuarbeiten und die Grundlagen für eine mögliche branchenweite Lösung zu erarbeiten.

In Anlehnung an die Methoden, die IBM für Blockchain-Lösungen entwickelt hat, wird u.a. das Ziel verfolgt, die wichtigsten Geschäftsbeziehungen in einem Ökosystem auf Basis von Vertrauen, Transparenz und einer intensiveren Form der Zusammenarbeit mit Partnern, Kunden und Lieferanten neu zu definieren. Dies ermöglicht, dass die Blockchain-Lösungen durchgängige, sichere und kontrollierte Datentransparenz bieten und dabei neue Werte schaffen, die auch der Dokumentation für Branchenaufsichtsbehörden dienen können.

„Wir freuen uns, dass dieses spannende und innovative Projekt mit KAYA&KATO durch die Politik intensiv unterstützt wird“, sagt Christian Schultze-Wolters, Geschäftsbereichsleiter Blockchain Solutions (DACH) bei IBM. „Wir wollen damit gerade in dieser Branche ein Zeichen setzen und bieten anderen Unternehmen aus der Textilbranche die Möglichkeit, sich uns im Laufe der weiteren Entwicklung anzuschließen und die Lösung mitzugestalten.“

Bundesministerium BMZ unterstützt das Projekt

Das BMZ, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung unterstützt die Kollaboration des Textil-Labels mit dem Technologie-Anbieter. Denn auch im Ministerium ist die Transparenz in globalen Lieferketten auf der Agenda und vorrangiges Thema. Für Unternehmen und Konsumenten soll eine vollständige Transparenz und Rückverfolgbarkeit von der Faser bis zum fertigen Kleidungsstück gewährleistet sein.

Dr. Stefan Rennicke, Mitgründer und Geschäftsführer von KAYA&KATO erklärt das Engagement seines Unternehmens so: „Die sinnvolle Kombination von Nachhaltigkeit und Digitalisierung ist für uns zukunftsweisend. Das Projekt kombiniert auf hervorragende Weise beide Aspekte und fördert die Transparenz der Lieferkette. Dies ist für KAYA&KATO der ausschlaggebende Grund, die Entwicklung einer Blockchain anzustoßen.“

Bild: KAYA&KATO