Zum Jahresende: Ein Plädoyer für personalisierte Weihnachtsgeschenke

Julia Bernert

Veröffentlicht am 29.10.2021

All I want for Christmas is… mit dem obligatorischen Weihnachtsgeschenk emotionale Treffer landen. Wie, weiß Rüdiger Maaß, Geschäftsführer des f:mp. 

Der Rahmen für Weihnachtspräsente von Unternehmen an ihre Kunden und Partner ist klar definiert. Zumindest steuerrechtlich. Inhaltlich-gestalterisch sind die Möglichkeiten beinahe unbegrenzt. Warum es sich lohnt, zum Jahresende in Ideen und Individualisierung zu investieren, erklärte der Geschäftsführer des Fachverbands Medienproduktion (f:mp), Rüdiger Maaß, im Rahmen des ersten PSI Digital Friday.

Weihnachtsgeschenke müssen „merkwürdig“ sein

Wer seinen Kunden und Geschäftspartnern zu Weihnachten eine Freude bereiten will, muss kreativ sein und die Beschenkten kennen. „Ein ‚erfolgreiches‘ Geschenk lebt von fünf Kriterien“, holte Rüdiger Maaß zu Beginn seiner Präsentation aus. Er definierte: „Oberstes Ziel muss eine emotionale Verankerung des Unternehmens beim Beschenkten sein. Das gelingt, wenn eine persönliche Relevanz geschaffen und ein Mehrwert geboten wird. Darüber hinaus muss das Geschenk merkwürdig sein, also derart aus der allweihnachtlichen Geschenkemasse hervorstechen, dass es nachhaltig in Erinnerung bleibt – sich also ‚gemerkt‘ wird. Und die Qualität muss zur Wertigkeit und den Botschaften des Unternehmens passen. Sonst leidet die Glaubwürdigkeit.“

Zusatznutzen generieren

Der Trend zu Mehrwertlösungen ist auch beim Schenken angekommen und hebt den Anspruch der Beschenkten an kreative, wie innovative Präsente. Zahlreiche Möglichkeiten, ein Weihnachtsgeschenk mit Zusatznutzen aufzuladen, bietet Value Added Printing. Rüdiger Maaß: „Neben Emotional Print gewinnt Interactive Print zunehmend an Bedeutung.“

Als Experte für Digitaldruck und Veredelung ist der Geschäftsführer des f:mp überzeugt, dass sich insbesondere mit der Individualisierung von Produkten der Wert eines Geschenks deutlich über die steuerrechtlichen Vorgaben hinaus steigern lässt. Im Rahmen seines Plädoyers für personalisierte Präsente baute Maaß inhaltlich die Brücke von Emotional zu Interactive Print, in dem er den Bogen von Namenspersonalisierung und individuell gestaltetem Content über Bild- und Geoindividualisierung bis hin zu Medienbrücken spannte.

Darüber hinaus stellte Maaß mit Experience Print ein Druckverfahren vor, mit dem sich multisensorische Erlebnisse mit Veredelungen, wie Metallisierungen, kreieren lassen. Weiter gab er einen kurzen Einblick in die Möglichkeiten des Surprise Print, ein Verfahren, das den eigentlichen Druckträger mit Rubbellacken oder Printed Electronics um inhaltliche Überraschungen ergänzt.

Die Idee definiert den Erfolg, nicht die Technik

Augmented Reality, personalisierte URLs, verschiedene 2D-Codes, RFID- (radio-frequency identification) oder NFC (near field communication): Konzeptionell durchdacht, erlauben die neuen Technologien hochspannende Inszenierungen von Weihnachtsgeschenken. „Bei so genannten Medienbrücken darf nicht nur das eigentliche Produkt personalisiert sein. Auch die Inhalte, die beispielsweise per QR- oder clic2c-Code abgerufen werden, müssen auf den Beschenkten zugeschnitten sein“, warnte Rüdiger Maaß vor einem möglichen Bruch der Kundenbindung. Er riet, sich trotz aller Möglichkeiten immer von der Idee leiten zu lassen, und nicht der Technologie, dem (Digital-) Druck- oder Veredelungsverfahren

Markenerleben profitiert von Augmented Reality 

Während die Anwendung von QR-Codes inzwischen bei den meisten Menschen gelernt ist, benötigt der Einsatz von Augmented Reality noch ein gewisses Maß an Nutzerführung durch den Absender. Ein Aufwand, der nicht abschrecken soll, findet Rüdger Maaß. Seiner Erfahrung nach steigere das positive Erlebnis einer qualitativ hochwertigen AR-Anwendung nachhaltig die Affinität zu der interaktiven Technologie. Dabei genüge schon die saubere Umsetzung einer simplen, aber „hippen“ Idee, die sich schon mit überschaubaren Mitteln stemmen ließe. „Die Aktualisierung der virtuellen Erlebniswelt muss unbedingt gewährleistet sein, um das Markenerleben wirkungsvoll zu prägen“, gab der Experte seinem Online-Publikum mit auf den Weg, damit die Investition in Augmented Reality nicht verpufft.

Wertgrenzen differenziert betrachten, Nutzen abwägen

Apropos Invest. Bei der Budgetierung von Weihnachtsgeschenken riet Rüdiger Maaß zu einem differenzierten Blick. Grundsätzlich müsse abgewogen werden, ob die Investition in Layout, Technologie und Produktion eines Präsentes im Verhältnis zum unternehmerischen Nutzen, also der Festigung der Kundenbindung, stünde. „Ich schaue immer, was mir am Jahresende ein emotionaler Treffer durch ein persönliches Geschenk wert ist“, holte Maaß aus und erklärte weiter: „Bei einem guten Kunden befreie ich mich auch schon einmal von der 35-Euro-Grenze – sofern es nicht mit Compliance-Regeln kollidiert. Immerhin ist ein Weihnachtsgeschenk eine Investition, die nur einmal im Jahr anfällt, sich aber im besten Fall über Jahre auszahlt.“  

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