Petra Lassahn spricht Klartext: Ja, ich kandidiere

Redaktion PSI Journal

Veröffentlicht am 15.09.2022

Am 26. September wählen die Mitglieder des GWW in Wiesbaden einen neuen Vorstand. Sie kandidieren in diesem Jahr auch. Was hat Sie dazu bewogen?

Das PSI, besser gesagt Walter Jung, der Gründer des PSI, hat mit Kollegen den GWW, damals als Dachverband, ins Leben gerufen. Seither haben über Jahrzehnte immer zwei PSI-ler in diesem Vorstand mitgearbeitet und dem Verband auch Stabilität gegeben. Auch im Vorstand des „neuen“ Gesamtverbandes GWW waren wir mit zwei Personen vertreten: mit Michael Freter und Manfred Schlösser. Auf so eine Lösung hatte man sich verständigt, als sich die Verbände der Branche und das PSI auf einen Gesamtverband GWW geeinigt hatten.

Jetzt kandidieren Sie allein für diesen Vorstand.

Ja, in der Geschichte des GWW war es immer so, dass eine Person des PSI gewählt und eine zweite kooptiert war. Auf einen ähnlichen Modus hatte man sich auch beim Zusammenschluss geeinigt. Michael Freter war direkt gewählt. Manfred Schlösser hatte als Verleger in der Sektion „Business Partner“ kandidiert und war als Sektionsvorsitzender im Vorstand. (Im Ex-Vorstand war er 15 Jahre.) Die Position bei den „Business Partnern“ ist zurzeit gut besetzt, also gibt es keinen Grund, dies zu ändern.

Aber die reine Arithmetik wird Sie nicht zur Kandidatur bewogen haben?

Ganz und gar nicht. Ich habe richtig Lust, in diesem Vorstand mitzuarbeiten. Wer eine so große Messe wie die PSI verantwortet, der muss sich auch in der Branchenpolitik einbringen. Wir vertreten allein in Deutschland derzeit 2.473 Branchenmitglieder. Diese bringen wir, auch gegenüber der Politik, in den Verband ein. Aus vielen Gesprächen weiß ich, dass unsere Mitglieder das PSI auch in Sachen Politik für die Branche in die Pflicht nehmen, was ich gut verstehen kann und richtig finde.

Das PSI könnte auch mit seiner großen Mitgliederzahl allein auf der politischen Bühne aktiv werden. 2.473 Mitglieder sorgen in Berlin für die nötige Aufmerksamkeit.

Wir haben uns damals aus guten Gründen für einen Gesamtverband entschieden. Ich sehe derzeit keinen Anlass, an dieser Konstellation zu zweifeln. Wenn wir alle an einem Strang ziehen, können wir sehr viel erreichen. Ich gehe davon aus, dass dies auch die anderen Partner im GWW so sehen.

Manfred Schlösser und Michael Freter sind damals aus dem Vorstand zurückgetreten, weil es zu Unstimmigkeiten kam.

Soviel ich weiß, gab es keinen Zwist im Vorstand, ganz im Gegenteil. Ich habe immer nur von guter Zusammenarbeit und freundschaftlichem Umgang gehört. Im Verband gab es aber unter den Mitgliedern Unruhe, weil es Unstimmigkeiten über Vorgehensweisen des PSI gab. Michael Freter und Manfred Schlösser muss man größten Respekt zollen, dass sie uneigennützig aus dem Vorstand zurückgetreten sind. Das tun nicht viele, um damit einem Verband zu dienen.

Seither sind ja nun ein paar Jahre vergangen.

Ja, inzwischen haben wir im PSI viel zugehört, viel mit der Branche geredet, viel verstanden, viel geändert und die alten Unstimmigkeiten aus dem Weg geräumt. Es gab auch sehr konstruktive Gespräche mit dem GWW. Ich bin nun seit knapp zwei Jahren in der PSI-Verantwortung. Jetzt ist die Zeit reif für einen Neuanfang – in Gemeinsamkeit und mit vereinten Kräften. Deshalb kandidiere ich.